Die Arenberger und das Arenberger Land, Band 5: Das 19. Jahrhundert : Adelsleben - Besitz – Verwaltung

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Details

Dr. Peter Neu

Year

2001

Language

German

Die Arenberger und das Arenberger Land, Band 5: Das 19. Jahrhundert : Adelsleben - Besitz – Verwaltung

Nach 1800 erlebt man in vielen Adelsfamilien den "Rückzug in die Familie". Die reiche archivalische Überlieferung des herzoglichen Hauses Arenberg ermöglicht heute einen interessanten Einblick in Alltag und Familienleben einer angesehenen Adelsfamilie und zeigt sehr deutlich, wie die Arenberger sich nach dem Verlust der politischen Macht mehr und mehr in die Familie zurückzogen. Durch seine Heirat mit Ludmilla von Lobkowitz knüpfte Herzog Prosper Ludwig 1819 die Bande nach Böhmen und Österreich neu, die bereits in früheren Jahrhunderten bestanden hatten. Die Heirat brachte es mit sich, dass die Arenberger sich wieder mehr dem deutschen Kulturkreis zuwandten; mit Prinzen und Prinzessinnen wurde zunächst in deutscher Sprache gesprochen, obwohl Brüssel, Enghien oder Heverlee Hauptwohnsitze waren. Mehrsprachigkeit aber war eine Selbstverständlichkeit. Der Besitz in Deutschland vergrößerte sich in der ersten Jahrhunderthälfte rasch, so dass der Herzog voller Stolz 1850 behaupten konnte, er besitze nun mehr Land in der Eifel als die Familie je zuvor besessen habe. Die Verbindung des Hauses Arenberg mit der Eifel, wo die Stammburg im 19. Jahrhundert immer mehr zerfiel, blieb bestehen und wurde in besonderer Weise gepflegt. Die Gründung eines Familienfideikommisses sollte die wirtschaftliche Grundlage auf Dauer in Deutschland sichern. Während der Besitz im Reich ungeteilt auf den Chef des Hauses übergehen musste, waren die Güter in Belgien, Luxemburg oder Frankreich unter den Erben aufzuteilen. Die Zentrale der Arenberger Güterverwaltung aber blieb während des 19. Jahrhunderts in Brüssel.